Presseartikel 2011

Chöre singen für Fukushima-Opfer

Projekt Chor tonArt und evangelische Kantorei wollen Menschen wach rütteln

Bad Ems. Sie haben Großes vor: Der St.-Martins-Chor Bad Ems und das Chorensemble tonArt wollen ein gemeinsames Benefizkonzert für die Opfer der Reaktorkatastrophe in Japan auf die Beine stellen. Auch die evangelische Kantorei Bad Ems möchte sich beteiligen.

Um erste Ideen auszutauschen, trafen sich jetzt die beiden Chorleiter Lutz Brenner (St.-Martins-Chor) und Achim Fischer (tonArt) sowie Ideengeber Thomas Diel (ehemaliger St.-Martins- Chorknabe und tonArt-Sänger) in Bad Ems.
Beide Chöre haben schon mehrere Benefizkonzerte erfolgreich hinter sich gebracht. Zum Beispiel für die Opfer der Tsunami- Katastrophe im Jahr 2004 oder für die Menschen nach dem Erdbeben in Haiti 2010.
"Bei unserem Konzert für Haiti kamen 2.000 Euro zusammen", freut sich Fischer. Jetzt wollen die Sängerscharen die Kräfte bündeln und ein fulminantes Konzert organisieren. Dabei sollen beide Chöre jeweils einzeln auftreten und auch einen Part gemeinsam bestreiten.
Dabei passen die Chöre auf den ersten Blick gar nicht sonderlich gut zusammen. Beim St.-Martins- Chor handelt es sich um einen äußerst traditionsreichen und renommierten Chor der Kurstadt, der sich vor allem der Kirchenmusik verschrieben hat. Das Chorensemble tonArt ist ein noch recht junger, gemischter und überregionaler Chor, der erst seit wenigen Jahren besteht und vorwiegend modernes und zeitgenössisches, aber auch geistliches Liedgut interpretiert.
"Trotzdem gibt es erstaunlich viele Überschneidungen in unserem Repertoire", sagt Lutz Brenner. Bei ihrem Gemeinschaftsprojekt wollen sie einen bunten Reigen an hochwertiger Chormusik präsentieren, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei sein soll. Auf ein Datum haben sich die Chorleiter bereits so gut wie verständigt:
Der 11. September 2011 soll's sein - genau zehn Jahre nach den fatalen Anschlägen auf das World Trade Center in New York und exakt ein halbes Jahr nach der Reaktorkatastrophe in Japan. "Ich denke, das geschichtsträchtige Datum trägt dazu bei, den Menschen die furchtbaren Geschehnisse ins Gedächtnis zu rufen", glaubt Fischer.

Michaela Cetto

Artikel erschienen in Rhein-Lahn-Zeitung

Fukushima

Zerstörung von verheerenden Ausmaßen richteten das Erdbeben und der Tsunami in der Umgebung der japanischen Atomkraftwerke in Fukushima, 180 Kilometer nördlich von Tokio, an.
Den Opfern dieser Katastrophe wollen nun Bad Emser Chöre mit einem Benefizkonzert helfen. Foto: dpa